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ALLES ÜBER BREMSENGERÄUSCHE

Bremsengeräusche gehören zu den Hauptgründen für den Besuch in der Werkstatt. Dies kann ein komplexes Problem darstellen und die Lösung gestaltet sich häufig schwierig.

WAS SIND BREMSENGERÄUSCHE?

Bremsengeräusche sind normalerweise auf die Vibration eines Teils im Radendbereich des Fahrzeugs zurückzuführen – zwischen dem Reifen und der Verbindung zum Fahrwerk. Oft wird ein Geräusch auf den Bremsbelag zurückgeführt, es kann jedoch von jedem Teil herrühren, vom Radlager bis zum Traggelenk. Es ist normal, dass in der Bremsanlage Vibrationen auftreten, doch gewöhnlich sind sie nicht stark genug, um hörbar zu sein.



A. WAHRNEHMBARE GERÄUSCHARTEN

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NIEDRIGFREQUENTE VIBRATIONEN – RUBBELN

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BESCHREIBUNG: 

Ein tiefes Geräusch mit einer Frequenz unter 300 Hz.

Ursachen
  • Schlechter Sitz der Bremsscheibe auf der Nabe (z.B. durch Rost oder Verschmutzungen), übermäßige Dickenabweichung oder Schädigung der Bremsscheibe
  • Beschädigte Bremsscheibe
LÖSUNG

Bremsscheibe austauschen, alle Oberflächen der Bremsenbaugruppe gemäß den Anweisungen des Fahrzeugherstellers reinigen.

MITTELFREQUENTE VIBRATIONEN – QUIETSCHEN

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BESCHREIBUNG: 

Geräusche mit einer Frequenz im Bereich von 300 - 5000 Hz.

URSACHEN
  • Bremskolben nicht gängig,
  • Unebenheit der Scheibe,
  • Fehler beim Einsetzen der Beläge,
  • falsche Druckverteilung von Anti-Geräusch-Vorrichtungen (z. B. Shims gefettet),
  • zu geringe Scheibendicke
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LÖSUNG

Alle Bestandteile des Bremssattels reinigen und schmieren, sicherstellen, dass die Scheibe nach dem Einbau auf der Nabe innerhalb einer Toleranz von 0,1 mm eben bleibt. Die Nabenfläche reinigen, die Scheibenfläche bearbeiten, die Scheibe austauschen und sicherstellen, dass Bremsbeläge, Shims und Zubehör richtig montiert sind; ggf. die Geräuschintensität mit Shims oder Bremsbelägen mit geräuschmindernden Eigenschaften dämpfen

HOCHFREQUENTE VIBRATIONEN – KREISCHEN

BESCHREIBUNG

Geräusche mit einer Frequenz über 5 kHz.

URSACHEN

Die häufigste Ursache für „Kreischen“ ist eine molekulare Vibration im Reibmaterial beim Kontakt mit der Bremsscheibe.

LÖSUNG

Bremsbelagsatz austauschen. Außerdem prüfen, ob das richtige Zubehör (z. B. Bremssattelclips) verwendet und richtig montiert wurde.

VIBRATIONEN VON SEHR HOHER FREQUENZ – ULTRASCHALL


BESCHREIBUNG

Geräusche mit einer Frequenz über 12 KHz, über der Obergrenze für das menschliche Gehör.

B. REIBFLÄCHEN LIEFERN ENTSCHEIDENDE HINWEISE

Das Aussehen der Reibflächen kann einen guten Hinweis auf die Ursachen von Geräuschproblemen geben. Heben Sie das Fahrzeug an, entfernen Sie die Beläge und überprüfen Sie die Reibflächen, um mögliche Probleme zu analysieren. Unten sind fünf Symptome aufgeführt, die mit Geräuschen in Beziehung stehen.

SYMPTOME UND ABHILFE

ABGESCHRÄGTE BREMSBELÄGE

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AUSSEHEN: Ungleichmäßiger Verschleiß, abgeschrägte Beläge

URSACHEN: Bremssattel verzogen, Bremssattelführungen blockieren, übermäßiges Bremssattelspiel

WIRKUNG: Vorzeitiger Belagverschleiß, ungleichmäßiger Bremsdruck, Geräusche

ABHILFE: Bremsbelagsatz austauschen, Bremssattel warten

UNGLEICHMÄßIGER VERSCHLEIß

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AUSSEHEN: Ungleichmäßiger Verschleiß der Belagoberfläche

URSACHEN: Unregelmäßig verschlissene Bremsscheibe (an der Scheibe ist eine Verschleißlippe sichtbar)

WIRKUNG: Quietschen und Rubbeln, vorzeitiger Belagverschleiß

ABHILFE: Bremsscheiben und -beläge austauschen

UNGLEICHMÄßIGER VERSCHLEIß IN DER ACHSE

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AUSSEHEN: Ein oder mehrere Bremsbeläge im Achsensatz sind übermäßig verschlissen

URSACHEN: Bremssattelführungsstifte oder -kolben blockieren

WIRKUNG: Das Fahrzeug zieht beim Bremsen auf eine Seite, ungleichmäßiger und rascher Belagverschleiß, Quietschen und Rubbeln

ABHILFE: Alle Bremssattelführungen und -kolben warten, Bremsbeläge austauschen, Bremsscheiben prüfen

TRÄGERPLATTE BESCHÄDIGT

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AUSSEHEN: Schaden an der Trägerplatte

URSACHEN: Falscher Einbau, übermäßiger Druck beim Einsetzen verwendet

WIRKUNG: Bremsen ineffizient, unregelmäßiger Verschleiß, Geräusche und Rubbeln

ABHILFE: Bremsbelagsatz austauschen

KOLBEN BESCHÄDIGT

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AUSSEHEN: Anti-Geräusch-Vorrichtungen (Gummibeschichtung / Shim) vom Kolben beschädigt

URSACHEN: Kolben kehrt nicht vollständig in ursprüngliche Position zurück, ggf. Überlastung der Bremse

WIRKUNG: Überhitzung, Geräusche

ABHILFE: Bremsbelagsatz austauschen, Bremssattel warten

C. VERMEIDEN VON GERÄUSCHPROBLEMEN

Am einfachsten lassen sich Probleme durch den richtigen Einbau der Bremsbeläge in den Bremssattel vermeiden.

Tipps für den Einbau:

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  • Alle Gleit- und Führungsbolzen des Bremssattels zerlegen und reinigen. 
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  • Schleifpapier darf nur zum Entfernen von starkem Rost oder groben Verschmutzungen an den Anlageflächen von Bremssattel und Bremsbelag verwendet werden.
    Hinweis: Ein Bremssattel, der nicht richtig gleitet, kann dazu führen, dass die Bremsbeläge ungleichmäßig verschleißen bzw. je Seite einer Achse ungleich verschleißen oder die Bremsen quietschen und rubbeln.
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  • Die Bolzen müssen richtig geschmiert sein (hitzebeständiges Fett, keine Kupferpaste!), gut gleiten und dürfen nicht im Bremssattelgehäuse „klemmen“. Auch den Zustand der Führungs- und Staubmanschetten kontrollieren, sie müssen Wassereintritt zuverlässig verhindern. 
    Hinweis: Nicht richtig geschmierte Bolzen können festgehen und ungleichmäßigen Verschleiß sowie Geräuschprobleme begünstigen. 
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  • Prüfen, dass die Kolben gut beweglich sind. Den Kolben stets ganz zurückdrücken, damit das Shim oder die lackierte Isolationsschicht nicht beschädigt werden.
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  • Prüfen, dass die Bremsbeläge frei und leicht in die Bremssattelhalter passen. 
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  • Die Bremsbelagkanten bei Bedarf entgraten. 
    Hinweis: Ein Belag, der nicht im Bremssattelhalter beweglich ist, erhält ständigen leichten Kontakt mit den Bremsscheiben – die Bremsen quietschen und die Bremsbeläge verschleißen selbst oder innerhalb der Achse ungleichmäßig. 
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  • In bestimmten Fällen (z. B. wenn der Bremssattel alt und verrostet ist) empfiehlt es sich, etwas Kupferpaste an den Kontaktpunkten zwischen Trägerplatte und Gleitbolzen nach Anweisung des Fahrzeugherstellers aufzutragen. 
    Hinweis: Es darf KEIN Fett auf das Reibmittel gelangen.
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  • In die Bremsbeläge, wo vorgesehen, die Verschleißanzeiger stecken.
  • Die Bremssattelhalteschrauben einbauen.
  • Schrauben, die mit Gewindesicherung eingebaut werden, erneuern.
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  • Das richtige Anzugsdrehmoment und die empfohlene Anzugsreihenfolge beachten. 
  • Bei montiertem Bremssattel das Bremspedal pumpen, bis der Weg etwa einem Drittel des vollen Wegs entspricht.
  • Prüfen, dass die Bremsenfunktion normal ist und der Belag normal zurückgezogen wird. 
  • Das Rad wieder montieren. Wenn das Rad frei dreht, ist das Fahrzeug wieder einsatzklar. 
    Hinweis: Führen Sie eine Testfahrt durch, um die volle Funktionsfähigkeit der Bremsanlage sicherzustellen. Informieren Sie den Besitzer bei der Übergabe, wie die Bremsen eingefahren werden sollen, damit die Bremsleistung später optimal ist. Zu diesem Zweck haben wir eine praktische Broschüre mit Fahrer-Tippserstellt – fragen Sie Ihren örtlichen Vertreter danach.
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